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Samstag, 5. November 2005, 18:53

Moloch Peking

Verfasst von Komponist Simon Stockhausen in BEIJING, 2.FILM PRODUCTION | ON TOUR

Haus im Nebel/ Smog (Peking)
Nachdem ich heute die menschenfeindliche Seite Pekings richtig kennengelernt habe, mußte ich mich mit ein paar Klängen vom Coal Mountain wieder beruhigen(siehe unten). Mein Klang-Thema war heute Verkehr und nach ein paar Stunden im Verkehrssmog von Peking war ich echt bedient. Die Erfindung des Autos war definit kein Segen, hier leben 17.000.000 Menschen und davon haben erst 10 Prozent ein Auto, was zu einem echten Smog-Problem führt. Wenn irgendwann der "Wohlstand" westlichen Zuschnitts hier einkehren sollte, mit all seinen materiellen Segnungen und dazu gehört eben auch das Auto, dann wirds richtig böse.
Aber nun zu den ruhigeren und bezaubernden Klängen des Coal Mountains, wo ich gestern morgen um 6.30 den Frühsport der Pekinger erleben durfte. Die Menschen stehen einfach unter den Bäumen und rufen, schreien, singen, tanzen, machen Tai Chi und beginnen ihren Tag scheinbar sehr bewußt. Faszinierend! Hier ein winziger Ausschnitt, collagiert mit ein paar leisen Schlagzeugklängen.coalmountain.mp3 copyright S.Stockhausen
Kommentare (3) +++ Trackbacks (0)
Die späte Rache des JetlagSo nah und doch so fern!

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Kommentare:

+++ Nr. 1 +++

verfasst von Stefan Macher am 06.11.2005 um 23:35

Lieber Simon Stockhausen, Ihre Sound(collagen) sind wunderbar. Sie sind so unmittelbar, wenn man die Augen schliesst, ist man direkt in Peking. Bitte noch viele mehr.

(Antworten)

+++ Nr. 2 +++

verfasst von Matthias (http://www.matthiasmelzer.com) am 07.11.2005 um 00:08

Was ist denn die "menschenfeindliche Seite" Pekings?

(Antworten)

+++ Nr. 3 +++

verfasst von Pooja am 07.11.2005 um 07:33

Zum vollständigen "Zur-Ruhe-kommen" wäre eine Soundcollage über tibetische Mönche siche sehr schön.
Mönche in ihren gelben Gewändern meditieren am Boden, das Gebetsrad wird leise gedreht, das Mantra des Bodhisattva Manjushri (tib. Jam-yang) - Bodhisattva der Weisheit, des Bewusstseins und des Wissens - hängt in der Luft. Vögel zirpen versteckt in den Bäumen und von fern ist das Rauschen eines kleinen Baches unmerklich vernehmbar .

Dies alles im Gleichklang mit den Bildern der Philharmoniker, die sich auf ihren nächsten Auftritt vorbereiten. Einige von ihnen stimmen sich mental ein, indem sie ruhig auf ihren Stühlen platz nehmen, andere reinigen ihre Instrumente, wieder andere üben die ersten Takte der nun gleich folgenden Overtüre ein.

Eine kleine Gedankenspielerei, die mir bei Simons Text einfiel, als er erwähnte, wie anstrengend diese Stadt sein kann.

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