Mittwoch, 9. November 2005, 17:59
Verfasst von Pressesprecher Marc Chahin in SHANGHAI, 2.FILM PRODUCTION | ON TOUR
Die Ankunft am Flughafen war erst mal nicht so ungewöhnlich: halt noch so ein ultramoderner und riesiger asiatischer Airport, wo die Jumbos im Minutentakt starten und landen. Genau wie in Seoul und Peking auch. Nachdem wir aber den Bus bestiegen, fuhren wir ziemlich bald am Transrapid-Terminal vorbei, und ein paar Minuten später überholte uns auch schon der erste Schnellzug.
Als wir uns dann langsam der Stadt näherten, wurden die Häuser immer höher, futuristischer, kurz unmöglicher und unvorstellbarer. Wir fuhren an der Konzerthalle, dem „Oriental Arts Center“, das den Grundriss einer Blüte hat, vorbei. Davor hing ein überdimensionales Poster der Berliner Philharmoniker und Sir Simon Rattles. Das war unsere bombastischste Begrüßung bisher.
Vom Hotelzimmer aus bietet sich dann ein atemberaubender Ausblick über den Huangpu Fluss auf die „Altstadt“. Und das ist nur der Blick aus dem 13. Stock. Die Kollegen, die im Grand Hyatt untergekommen sind, wohnen im 72. Stock. Wie es wohl von dort aussieht? ...
Ich frage mich die ganze Zeit, ob der Huangpu der Fluss ist, der bei „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ noch der „Gelbe Fluss“ heißt. Das nur nebenbei.
Extrem beruhigt war ich dann, als ich im Kleiderschrank eine moderne „Fire Escape Mask“ fand. Da verfliegen doch alle Bedenken. Leider ist der Kasten verplombt, so dass ich die Maske nicht anprobieren konnte. Aber am Design lässt sich echt nicht meckern.
Viel Zeit blieb aber nicht, denn die Pressekonferenz fand wieder direkt im Anschluss an die Ankunft statt, und es waren unglaublich viele Journalisten gekommen. Glücklicherweise auch eine Korrespondentin der ARD und ein Mann von der BBC, so dass auch in Europa über uns berichtet wird. Das beruhigt mich dann immer noch mehr als die „Fire Escape Mask“. Dass die chinesischen Kollegen sich nicht an die Absprachen hielten, die wir vorher in langen und sehr detaillierten Diskussionen getroffen hatten, haben sie einfach wieder wett gemacht, indem sie Sir Simon Rattle einen ziemlich tolles schwarzes Tang-Hemd und dem Orchester ein handgesticktes Bild des Oriental Arts Center geschenkt haben. Langsam begreife ich die chinesische Art, Geschäfte zu machen, und überlege, ob ich mir nicht die eine oder andere Strategie aneignen sollte. Man kommt wirklich ziemlich weit damit.
Gleich nach der Pressekonferenz stiegen Frederik Hanssen vom „Tagesspiegel“ und ich dann in ein Taxi und fuhren zum deutschen Generalkonsulat, wo das Philharmonische Bläserquintett ein Konzert gab und es im Anschluss einem Empfang gab. Das Konzert haben wir dann leider verpasst, doch auf der Taxifahrt fuhren wir an diesen ganzen glitzernden Hochhäusern vorbei, die wie Las Vegas aussehen, aber todernst gemeint sind. Das ist hier kein überdimensionierter Freizeitpark sondern Realität.
Der Empfang war interessant. Wir unterhielten uns mit deutschen Geschäftsleuten, die hier in Shanghai arbeiten und neue Märkte erobern. Das Konsulatsdomizil war der Hammer: eine Stadtvilla mit bemalten Stuck an den Decken, massiven Holztüren, Stäbchenparkett und einem weitläufigen erleuchteten Garten. Es war spannend, die ganzen Exildeutschen zu beobachten, die sich in dieser fremden Stadt dann an einem Ort auf ganz selbstverständlicher Art zusammen finden. Das Ganze könnte genauso gut in München stattfinden, bloß dass diese Leute in München gar nicht miteinander reden würden.
Dieser Nachmittag und Abend waren vielversprechend, und mir wurde wieder einmal bewusst, was für ein großes Privileg es ist, mit diesem tollen Orchester unterwegs zu sein. Ich bin sehr gespannt auf morgen, wenn ich diese Stadt bei Tageslicht sehen werde. Es ist Regen vorhergesagt. Macht nichts. Wir haben 20 Grad. Im November.
Extrem beruhigt war ich dann, als ich im Kleiderschrank eine moderne „Fire Escape Mask“ fand. Da verfliegen doch alle Bedenken. Leider ist der Kasten verplombt, so dass ich die Maske nicht anprobieren konnte. Aber am Design lässt sich echt nicht meckern.
Viel Zeit blieb aber nicht, denn die Pressekonferenz fand wieder direkt im Anschluss an die Ankunft statt, und es waren unglaublich viele Journalisten gekommen. Glücklicherweise auch eine Korrespondentin der ARD und ein Mann von der BBC, so dass auch in Europa über uns berichtet wird. Das beruhigt mich dann immer noch mehr als die „Fire Escape Mask“. Dass die chinesischen Kollegen sich nicht an die Absprachen hielten, die wir vorher in langen und sehr detaillierten Diskussionen getroffen hatten, haben sie einfach wieder wett gemacht, indem sie Sir Simon Rattle einen ziemlich tolles schwarzes Tang-Hemd und dem Orchester ein handgesticktes Bild des Oriental Arts Center geschenkt haben. Langsam begreife ich die chinesische Art, Geschäfte zu machen, und überlege, ob ich mir nicht die eine oder andere Strategie aneignen sollte. Man kommt wirklich ziemlich weit damit.
Gleich nach der Pressekonferenz stiegen Frederik Hanssen vom „Tagesspiegel“ und ich dann in ein Taxi und fuhren zum deutschen Generalkonsulat, wo das Philharmonische Bläserquintett ein Konzert gab und es im Anschluss einem Empfang gab. Das Konzert haben wir dann leider verpasst, doch auf der Taxifahrt fuhren wir an diesen ganzen glitzernden Hochhäusern vorbei, die wie Las Vegas aussehen, aber todernst gemeint sind. Das ist hier kein überdimensionierter Freizeitpark sondern Realität.
Der Empfang war interessant. Wir unterhielten uns mit deutschen Geschäftsleuten, die hier in Shanghai arbeiten und neue Märkte erobern. Das Konsulatsdomizil war der Hammer: eine Stadtvilla mit bemalten Stuck an den Decken, massiven Holztüren, Stäbchenparkett und einem weitläufigen erleuchteten Garten. Es war spannend, die ganzen Exildeutschen zu beobachten, die sich in dieser fremden Stadt dann an einem Ort auf ganz selbstverständlicher Art zusammen finden. Das Ganze könnte genauso gut in München stattfinden, bloß dass diese Leute in München gar nicht miteinander reden würden.
Dieser Nachmittag und Abend waren vielversprechend, und mir wurde wieder einmal bewusst, was für ein großes Privileg es ist, mit diesem tollen Orchester unterwegs zu sein. Ich bin sehr gespannt auf morgen, wenn ich diese Stadt bei Tageslicht sehen werde. Es ist Regen vorhergesagt. Macht nichts. Wir haben 20 Grad. Im November.
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verfasst von Hildegard am 09.11.2005 um 22:07
Was für ein berauschender Bericht.
Ich war im Geiste in Shanghai und bin
durch die Strassen gefahren. Die Bilder - beonders vom Transrapid -
im Fluge. Ganz toll, wir sind immer dabei und wünschen Dem Bphil und
Sir Simon zwei gute Konzerte in der
bombastischen Halle und euch einen
tollen Film, auf den ich schon ganz
neugierig bin.
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