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Mittwoch, 16. November 2005, 17:33

Hongkonger Hosentausch - und was sonst noch so war

Verfasst von Regieassistent Lukas Macher in HONG KONG, 2.FILM PRODUCTION | ON TOUR

Hier war die Welt noch in Ordnung: Peter (rechts) vor dem Hosentausch, links Basti und Thommy.
Während ich in Gedanken noch in Hongkong bin, rauscht am Fenster unseres Produktionsbusses schon die Ödniss des Taipeher Umlandes vorbei. Wobei: Eigentlich bin ich NICHT mehr in Gedanken in Hongkong, denn ich bin ja nicht zum Gedanken-an-schon-vorbeigerauschte-Städte-verschwenden hier. Peter, unser Herstellungsleiter und ewig gute Seele des Teams, sagt, dass die Ampelmännchen in Taipeh besonders sehenswert seien. Ach so.
Eben dieser Peter hat gestern abend in Hongkong einen Musiker vor seinem Karriereende bewahrt: Sechs Philharmoniker haben sich mit einem Hongkonger Streichensemble für ein Joint Venture zusammengetan – und wir waren dabei. Was nicht dabei war, war die schwarze Konzert-Hose eines Hongkonger Musikers (Philharmonikern würde sowas natürlich nie passieren) - “My wife must have forgotten to put it in my bag tonight.” Peter musste mit seiner schwarzen Hose für den Patzer herhalten und lief den Rest des Abends in der weißen Hose eines fremden Mannes rum - aber keine Sorge, Peter, sah ganz gut aus... Und das müde, leicht fatalistische Lächeln, mit dem du den Hosentausch über dich hast ergehen lassen, hat mich irgendwie berührt - im Ernst!

Schon wieder also ein Blog-Eintrag zwischen alter und neuer Stadt. Hongkong, Hongkong, So good to me. Oh Hongkong morning, you gave me no warning of what was to be. Unter anderem eine Tour de France in klein mit Martin Stegner (Bratsche) und Christoph Hartmann (Oboe) auf Rennrädern und Kameramann René mit fetter HD-Kamera aus dem aufgeklapptem Kofferraum davor; dann eine Hafenrundfahrt mit fast dem ganzen Orchester, viel Sonne, und vielen sonnenverbrannten Philharmonikergesichtern auf dem Konzertpodium am selben Abend; Waldbühnen-Atmosphäre bei der Live-Übertragung der Konzerte auf der Uferpromenade vor der Konzerthalle; eine Hotelzimmerprobe des legendären Philharmonia-Quartetts (Daniel Stabrawa, Christian Stadelmann, Neithard Resa und Jan Diesselhorst) und der Versuch, das Beatles Abbey Road Bild mit eben jenen vier Philharmonikern und ihren Instrumenten auf dem Pier der Star Ferry nachzustellen; endlich auch mal eine richtige Party, beginnend in einer Bar am Wasser und anschließend endlich mal wieder tanzen zu Live-Musik, mit relativ hoher Philharmoniker-Dichte (oder -Schlichte, ha ha); kleiner Kater am nächsten Morgen, oben erwähntes Kammerkonzert und endlich auch unser Bergfest (streng genommen eine Stadt zu spät, aber wer wird denn streng sein?). Das Bergfest, ja ja, eigentlich haben wir das nur gemacht, um später alle zuhause erzählen zu können, dass wir Schlangesuppe, Schweinefüße und Entenzungen gegessen haben - wobei ich großmütig auf die Zungen verzichtet habe, v.a. wegen Renés Urteil, dass sie kalt und scharf sind und scheiße schmecken. Mmmhh, lecker Entenzunge.

Soviel zu Hongkong. Was in Taipeh passiert? Einiges werdet ihr hier lesen können, den Rest müsst ihr schon selbst erleben. Oder wie geht dieser zitty-Satz? Ach zitty, Seele Berlins - heute morgen beim Zähneputzen erschien in meinem Kopf, gepaart mit starken Sinneseindrücken, plötzlich das Bild meiner Straße in Kreuzberg. Ein schöner Moment, der den Gedanken wach rief, dass ich mich auch schon wieder sehr auf Berlin freue, dort wo die Blätter jetzt wahrscheinlich schon alle abgefallen sind, oder? Hier noch ein erbärmlicher Wortspielversuch, mit dem ich mich auf Taipeh vorberaiteh - huch, da war er schon. Klaus W., can you help?
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C’est pas une image juste, c’est juste une imageWelcome to Taiwan

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Kommentare:

+++ Nr. 1 +++

verfasst von Angelika am 17.11.2005 um 12:30

Auch ohne Klaus W. ein wunderbarer Beitrag, der uns Leser ein gutes Stück Teil haben lässt, fasst so, als wäre man dabei gewesen. Vielen Dank.
Heimweh nach Kreuzberg? Kann ich verstehen. Habe selbst ein paar Jahre in Kreuzberg gelebt. Aber: Bergfest ist erst Bergfest. Da könnt Ihr nur darauf hoffen, dass die zweite Hälfte schneller vergeht (geht ja auch bergab. Haha).
Weiterhin gutes Gelingen und - nicht ganz uneigennützig - Augen und Ohren offen halten und den Bleistift immer gespitzt.
Herzlichen Dank und viele freundliche Grüße

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