Samstag, 19. November 2005, 17:23
It's getting very near the end...
Verfasst von Regieassistent Lukas Macher in TOKYO, 2.FILM PRODUCTION | ON TOUR
Jetzt, wo wir in Tokyo angekommen sind, immerhin unserer letzten Etappe, habe ich mich ein letztes Mal der Zimmernummer-Herausforderung gestellt: Erinnerst du dich noch an deine Zimmernummern in den Hotels aller Städte? Ich glaube schon: Peking 539, Seoul 1422, Shanghai 703, Hongkong 809, Taipeh 740, Tokyo S538. Wirklich komisch, dass ich das noch weiß... Wahrscheinlich ist es so, dass jede dieser Nummern für eine ganz bestimmte, eigene Stimmung steht, die mit jeder Stadt verbunden war... Dabei merke ich, dass ich schon in der Vergangenheitsform schreibe, und da muss ich mich, die Kirche im Dorf lassend, doch mal unterbrechen: NOCH ist die Reise nicht vorbei...
Taipeh, ach ja, Taipeh, bevor ich schreibe, was wahrscheinlich alle schreiben würde, nämlich, dass Taipeh die graue Maus unter den bereisten Städten gewesen ist, verweise ich lieber auf Simon und Alberto, die noch in Taipeh gebloggt haben, ich bin im Prinzip mal wieder zu spät. Toll waren wirklich die Menschen, so viel Lächeln, Freundlichkeit und Offenheit muss man erst mal überbieten. Ob die Japaner das wohl schaffen? Tokyo möchte ich, wie alle Städte, auf mich zukommen, bzw. einfach wirken lassen, möglichst jenseits aller Erfahrungsberichte Vorher Hiergewesener. Wird ein bisschen schwierig, mitten in einem Orchester, dass fast jedes Jahr hier ist. Es gehen Gerüchte, dass einige Karaoke-Bars bereits mit In Action Fotos von philharmonischen Schlagzeugern gepflastert sind - ich glaube, das sollten wir mal überprüfen - zumal die Lust bei uns im Team auf Karaoke groß ist: Beim Abendessen vorhin sind wir in eine kleine Jamsession zu Tony Holidays "Tanze Samba mit mir" ausgebrochen sind, live gesungen, nur leider kein Backing Track...
Jetzt also Tokyo für die zwei letzten Tage. Interessant ist wirklich, dass unser Hotel hier das erste ist, das in auch nur irgendeinereiner Form mit dem Land, in dem es sich befindet, verankert ist. In den fünf vorausgegangenen Städten haben sich die Hotels nicht wesentlich voneinander unterschieden, die Pantoffeln sind da, hier der Tresor, und im Bad lecker Bademantel. Im Okurahotel aber gibt's ein paar Specials: da sind z.B. diese kleinen gefalteten Papiertierchen auf dem Kopfkissen, Schildkröte und Kranich, wie heißt das noch mal? Ikebana? Tamagochi? Oder doch Oregami? Ob es ein Zufall ist, dass die Zugabe der Philharmoniker nach dem Beethoven Programm Sibelius' "Szene mit Kranichen" ist? Spooky wäre es aber erst ab dem Moment, an dem die zweite Zugabe die Schildkröten aus dem "Karneval der Tiere" wären...
In der Lobby unten liefen vorhin so ein paar Kimono-Frauen rum, natürlich, was sonst, Klischee, Klischee, das Ganze vor einem gigantischen Weihnachtsbaum. Was nicht heißt, dass das nicht authentisch und unheimlich schön anzuschauen war. Und dann, ja ja, natürlich das Klo: Meins spricht nicht, zumindest noch nicht, aber es ist mit einem Washlet ausgestattet, eine Art Bidet von hinten, Stärke des Wasserstrahls nach Lust, Laune und Erfahrung variabel. Ist zwar Wasserverschwendung, aber dafür spart's Papier.
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verfasst von Angelika am 19.11.2005 um 22:39
Nun ist es also bald so weit?! Schade eigentlich ... Ich hatte mich so daran gewöhnt, mit Spannung in das Tagebuch zu schauen; und mein Tag war (ist) direkt liebenswerter, wenn es etwas von Euch zu lesen gab (gibt). Aber: Man soll ja immer dann aufhören, wenn's am schönsten ist. Vielleicht ist der richtige Zeitpunkt gekommen, wenn das Klo mit einem spricht? Und dazu Karaoke mit philharmonischen Schlagzeugern: Hört sich ziemlich abenteuerlich an.
Bei der Gelegenheit: Einen schönen Gruß an den Dienstältesten (äh, glaube ich).
Für die letzten Tage/Stunden wünsche ich noch gutes Gelingen und viel Vergnügen - soweit möglich -. Aber dann geht's schnurstracks weiter an die Arbeit. Schließlich warten wir sehnsüchtig auf den Film!!!
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