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Sonntag, 20. November 2005, 10:45

"Der Air Condition kannst nicht entwischen"

Verfasst von Musiker Klaus Wallendorf in TOKYO

Es ist schon grausam, was sich die Menschen antun, nur um einige Sommerstunden lang bloß nicht zu schwitzen, obwohl sie doch sowieso die dazu nötigen geruchsrelevanten Drüsen gar nicht aufweisen, die Chinesen zumindest, sagt Kai Strittmatter. Also, Kampf der Zwangsbedüsung! Als Hornist ist einem ja lebenslang an optimalen Luftbedingungen gelegen, aber diese Art von Air Condition is an only catastrophy is it. Und zwar throughout ze continent(s). - - - And what I all for impressions outleft have, recently, goes on no cowskin:
In Hongkong sind wir – Gottchen, schon so lange her! - mit der doppelstöckigen Tramway zum Flairchecking nach North Point gefahren, durch basarähnliche Marktgässchen zwischen recht unansehnlichen Hochhäusern, von deren Fensterfronten kopflose Anwohnerhemden gespensterhaft bleich herunterwinken. Auch mit der Kabelbahn sind wir gefahren, PIECK-TRAM genannt, dachten wir als alte Junge Pioniere bei der ersten Erwähnung, aber dann hieß es doch PEAK und war wirklich Spitze mit dem Fernweh bereitenden Hafenblick. Mit der Fähre sind wir zum...na gut, sagt man eigentlich nicht: DIENST gefahren und im Hongkong Zoo gibt es einen hundemüden Jaguar und ein eiskaltes Treibhaus und überall kann man sich billig Klamotten schneidern lassen und auf der Hafenrundfahrt konnte man erfahren, wie Hongkong vor 16 Jahren aussah und wie lange Fußmassagen wirken. Zum 4. Male Eroica und Heldenleben, und schon sind wir in Taipeh. Nicht direkt spektakulär schön...die Stadt, aber die Bewohner reißen´s wieder raus. Aufregend für Bahnfäns: eine Fahrt mit der absichtlich führerlosen Stadtbahn zum Taipeh Zoo hinaus. Dort beobachten wir Fledermäuse beim Abhängen, der Fettschwänzige Zwerglemur hat rotgeränderte Augen, lag´s am Zookater?- - - Das Konzert: so gut kann man kaum spielen, wie da getobt wird, besonders beim post-konzertanten „Open Air Clap In“, wir werden mit Sir Simon bejubelt „wie richtche Bobschdaars“, saacht ahms ä Lobbysachse. Karl Moik würde sich vor Neid im Grabe umdrehen, wenn er nicht noch lebte. Anderntags Wachablösung im „Tschiang Kai Schek Memorial“ – sehr kultig. (Aber wieso Kai? Vorfahren aus Neumünster?)
NICHT waren wir im berühmten Museum mit den vielen Kunstgegenständen und auch nicht auf den Nacht- oder Schlangenmärkten. Manfred war aber z.B. dort, bloß der schreibt leider nix. Und wegen dem Korea-Gastspiel: die Oper von Camille Saint-Saens heißt NICHT „Samsung und Dalila“. Ja und nun sitz ich in Tokio und bedaure den durch tagelange Ablenkung verschuldeten Dokumentationsstau. Was sagtn der Blogwart dazu? Und: hee, Alberto: wir MÜSSEN Marianne schreiben!
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