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Dienstag, 4. Dezember 2007, 00:15

Resonanz

Verfasst von Komponist Simon Stockhausen in 3.FILM POSTPRODUCTION

Das offizielle Plakat zum Film
Heute gab es die erste interne Vorführung von Trip to Asia. Zahlreiche, uns offensichtlich wohlgesonnene und gut gelaunte Philharmoniker, ein sichtlich nervöser Thommy (ja, ich war auch nervös, so wie vor einem großen Konzert etwa) und das Boomtown-Team saßen vor der riesigen Leinwand und tauchten nochmals ein in diese große Reise durch Länder, Gefühle, Weisheiten, Musiken und Töne. Die Resonanz bei den Musikern war euphorischer und positiver, als ich erwartet hatte: Ein begeisterter Applaus am Ende des Films, strahlende und bewegte Gesichter sowie lobende und bekräftigende Worte der Philharmoniker vermittelten das Gefühl, mit diesem Film definitv etwas Richtiges, Gutes, Sinnvolles und Bewegendes geschaffen zu haben.
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Donnerstag, 8. November 2007, 08:15

Transparenz

Verfasst von Komponist Simon Stockhausen in BERLIN, 3.FILM POSTPRODUCTION

Im Klangzentrum...

Vor 2 Tagen bin ich samt meinem Studiocomputer zu Tom Korr übergesiedelt. Unsere Maschinen verstehen sich prächtig, 12 Computerkerne und 5000 Watt Musikleistung im Dienste der Filmmischung scheinen Spaß an ihrem Job zu haben.
Wir gehen jeden Filmmusik-Cue einzeln durch, überspielen manche meiner Einzelspuren neu, um sie anders zu verräumlichen und verteilen die Klänge und Musiksequenzen im 5.1-Klangraum, was zu einer deutlichen Erhöhung der akustischen Transparenz führt und der Musik eine ganz neue Durchhörbarkeit verleiht.
Als nächstes fügen wir dann Stück für Stück die Interviews, die realistischen Geräusche, die Kunst der Geräuschemacher und die klassische Musik hinzu. Das Endresultat wird erkennbar, das akustische Relief bildet sich immer feiner aus, der Hörgenuss wird immer stärker, ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg. Heute abend erster Reality-Check im Kino, dann noch vier Tage in Toms Studio bevor es dann in die Endmischung im Basis-Kino geht.

P.S. Nachts um 12 nach dem Reality-Check: Etwas ernüchtert, die Lautsprecher im Kino verwenden Hörner und haben eine ganz andere Klangcharakteristik als Studiolautsprecher. An diesen Hornsound müssen wir uns nun herantasten, das ist zwar nicht Neues, aber eine besonders erhebende Erfahrung ist es auch nicht....

Ein Ausschnitt aus der Filmmusik:
Split Personalities copyright S.Stockhausen/Boomtown Sounds
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Montag, 22. Oktober 2007, 23:50

Exponentiale Spannungskurve

Verfasst von Komponist Simon Stockhausen in 3.FILM POSTPRODUCTION

Nachdem die Tonbearbeitung aufgrund der schieren Anzahl an zu zähmenden Orchestertönen, O-Tönen, Menschentönen, Vogeltönen, Schritten, Autohupen, plappernden Menschenmengen, knisternden Notenseiten, elektronischen Klangflächen, abstrakten Texturen, überblasenen Flötentönen, singenden Mönchen, lachenden Kindern, pulsierenden Bässen, tiefergelegtem Schlagzeug, hupenden Saxophonen, vernebelten Nebelhörnern, Wind- und Schilfrauschklängen, flatternden Fahnen, metallischen Schlägen, holzigen Xylophonen, gezupften Celliklängen, ultratiefen Bassklängen, übermäßigen Dreiklängen, pentatonischen Holzflöten, nasalen Raitaklängen, tremolierenden Streicherflächen, singenden Bettlerinnen, hypnotisierenden Mönchsgesängen, verwehten Rathausglocken, auktionierenden Fischverkäufern, pulsierenden Beats, irrisierenden Sequenzersequenzen, krähenden Krähen (rückwärts wie vorwärts), chinesischen Spatzen, ratternden Untergrundzügen, überfliegenden Düsenjets, scheppernden Fahrrädern, betenden Nonnen, glucksenden Karpfen, rezitierenden Schulkindern, rufenden Frauen, spuckenden Männern, kreischenden Fans, geschüttelten Reissäcken und ca. 2000 Interviewschnipseln mit Musikern der Berliner Philharmoniker in den letzten Wochen etwas schleppend verlief, haben Tom Korr und ich heute eine 10-stündige Aufarbeitungssession produktivster Natur hingelegt, die wir gleich morgen fortsetzen werden. Die Arbeitskurve verläuft jetzt steil exponential nach oben und in genau einem Monat werden wir diese große Reise fertig gemischt haben, was sicherlich zu einem breitgefächerten Aufatmen beim gesamten Produzenten- und Produktionsteam, als auch bei unseren Trommelfellen führen wird. Ufffffff.......

P.S. All die Klänge, die ich in dieser Aufzählung nicht erwähnt habe sollen bitte nicht beleidigt sein, ihr werdet euren Platz noch in anderen Texten finden...
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Freitag, 20. Juli 2007, 21:40

Hilfe, mein Computer brennt!

Verfasst von Komponist Simon Stockhausen in 3.FILM POSTPRODUCTION

Schreck lass nach, mein Monitor brennt...

Nach 6 Woch der Arbeit an der finalen Filmmusik kommt es gelegentlich zu Halluzinationen während des Schaffens, so geschehen heute morgen, als ich plötzlich dachte, mein Computermonitor würde brennen. Zum Glück war es nur ein wunderschönes, leuchtendes Bild von Alberto Venzago aus dem Tempel in Taipei, das genau an der Stelle erschien, an der ich die Pausetaste betätigt hatte, um an ein paar Hall- und Echoräumen für meine „Schulklassenostinato-Musik“ zu schrauben. Die Arbeit macht extrem viel Freude und euphorisiert mich täglich mehr (viel mehr geht nicht...). Alle 2-3 Tage erscheint Thommy bei mir im Studio, ich zeige ihm die Resultate meiner Arbeit und wir nehmen gemeinsam Korrekturen vor. Nicht mehr lange und ich bin einmal durch den Film durch - „a lot of wood“ würde der Engländer sagen - bis demnächst...
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Samstag, 19. Mai 2007, 09:35

Gänsehautfaktor

Verfasst von Komponist Simon Stockhausen in 3.FILM POSTPRODUCTION

Gestern, am 18. Mai habe ich im Schnittraum, in dem Thommy und Martin seit Monaten gefangengehalten werden, eine 108-Minuten-Version des Films gesehen. Wir treten jetzt in die "sehr heiße" Phase ein und im Juni ist die Tonabteilung gefordert, um dem jetzt schon faszinierenden Film die akustischen Sahnehäubchen zu verpassen und die nötige Ruhe einzuhauchen. Während dem Screening stellten sich des öfteren die Haare auf meinem Arm senkrecht in die Höhe und auch die Nackenbehaarung entwickelte rege Aktivitäten, immer wieder durchflossen wohlige Schauer meinen Körper, was ich als Anzeichen für einen gelungenen Film zu deuten wage. Meine musikalischen Layouts wurden von Thommy und Martin prominent in den Film integriert und ich konnte ein leichtes Gefühl von Stolz, bei diesem Filmprojekt mitzuwirken nicht unterdrücken. Im Juni werde ich mich 4 Wochen in mein Studio einschließen und die Filmmusik anpassen, verfeinern, schnittbezogener machen, neu komponieren und danach mit Tom unserem Sounddesigner weitere vier Wochen versuchen, die geballte Ladung an akustischen Informationen in einen allgemeinverständlichen Rahmen zu bringen bevor wir im August in die Endmischung gehen und Nägel mit Köpfen machen. Nun ziehe ich heute schon mal meinen nicht vorhandenen Hut und sage: "Jungs, ihr seid groß, das Warten hat sich mehr als gelohnt!" Die Vorfreude mischt sich mit Rastlosigkeit, am liebsten würde ich schon heute loslegen...

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